Ackerwildkräuter
Ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt ist der Schutz von Ackerwildkräutern, denn sie nehmen in ihrem Bestand dramatisch ab und gehören mittlerweile zu den am stärksten gefährdeten Artengruppen Europas. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2005 das Projekt „Ackern für die Wildkräuter – Erhalt seltener Ackerwildkrautarten im Enzkreis“ ins Leben gerufen.
Bestand im Enzkreis
Der Enzkreis verzeichnet einen deutlichen Rückgang an Ackerbegleitflora, wobei noch Vorkommen von über 50 seltenen Ackerwildkrautarten bekannt sind. Die meisten dieser Pflanzen stehen auf der Roten Liste. Für den Erhalt dieser seltenen und bedrohten Arten hat der Kreis eine besondere Verantwortung.
Gründe für das Vorkommen vieler seltener Ackerwildkrautarten im Enzkreis:
- flächenmäßig großer Anteil an Getreideanbau
- kleinstrukturierte Landwirtschaft durch kleingliedrige Feldflur
- viele Biobetriebe (z.T. Betriebe, die schon seit 60-70 Jahren biologisch bewirtschaften)
- viele Nebenerwerbsbetriebe mit kleinbäuerlicher Betriebsstruktur
- Vertragsnaturschutzverträge mit konventionellen Landwirten
- hoher Anteil an Grenzertragsflächen
- geologische Vielfalt im Kreis durch unterschiedliche Naturräume: Kraichgau, Schwarzwald, Stromberg, Heckengäu
Jeder, der im Enzkreis anzutreffenden Naturräume, besitzt, in Abhängigkeit der unterschiedlichen geologischen Formationen, bestimmte Standorteigenschaften und damit auch verschiedene Ackerwildkrautgesellschaften.
- Lößgebiete des Kraichgaus: vereinzelte, sehr hochwertige Pflanzenbestände mit der vom Aussterben bedrohten Kornrade
- Schwarzwald: bedeutende Vorkommen des seltenen Ysop-Blutweiderichs
- Keuperlandschaften des Strombergs: große Vorkommen von Acker-Löwenmäulchen, Rauem Eibisch, Ackerziest und Mäuseschwänzchen sowie einer der bundesweit letzten Bestände des Schmalblättrigen Lattichs
- Heckengäu mit seinen Kalkscherbenäckern: z.B. Haftdolden-Adonisröschen-Gesellschaften mit zahlreichen Rote-Listearten (z.B. Flammen-Adonisröschen, Gras-Platterbse, Gelber Günsel)
