Aktuelles

Termine 2019

  • 06.05.19; 18:00 Uhr: Ausstellungseröffnung ,,Verbundene Landschaft – Lebendige Vielfalt” 
  •  19.05.19; 14:00 Uhr: Rebhuhn und Co – seltene Arten der Feldflur
  • 26.05.19; 14:00 Uhr: Blühende Kostbarkeiten auf dem Acker
  • 01.06.19; 14:00 Uhr: Die buntesten Wiesen der Welt
  • 02.06.19; 14:00 Uhr: Blühende Kostbarkeiten auf dem Acker
  • 30.06.19; 14:00 Uhr: Rebhuhn und Co – seltene Arten der Feldflur

 

Ausstellungseröffnung ,,Verbundene Landschaft – Lebendige Vielfalt”

Am Montag, 6. Mai 2019, wird um 18:00 Uhr in der Eingangshalle des Landratsamtes Enzkreis (Zähringerallee 3, 75177 Pforzheim) eine Ausstellung zu Tieren, Pflanzen und deren Lebensräume in Baden-Württemberg eröffnet.

Der Fotograf Gerhard Vögele vom Naturschutzbund Pforzheim Enzkreis macht mit seinen Bildern auf die Flora und Fauna des Enzkreises aufmerksam. Auch der Landschaftserhaltungsverband Enzkreis wird die Ausstellung durch einen Vortrag bei der Ausstellungseröffnung unterstützen.

Um eine Anmeldung bis zum 3. Mai 2019 per Mail an corina.burger.eisenhardt@enzkreis.de  oder unter Telefon: 07231 308-9522 wird gebeten.


 

Ackerwildkraut-Meisterschaft 2019

Die diesjährige Ackerwildkraut-Meisterschaft findet im Enzkreis, der Stadt Pforzheim und der Stadt und dem Landkreis Karlsruhe statt. Meldeschluss ist der 20. Mai 2019.

Der Schutz von Ackerwildkräutern liegt dem LEV Enzkreis ganz besonders am Herzen. Umso erfreulicher, dass die Ackerwildkraut-Meisterschaft, nach Ludwigsburg und Heilbronn im letzten Jahr, in 2019 wieder im Enzkreis stattfindet. Viele Ackerwildkrautarten sind durch die Intensivierung der Landwirtschaft sehr selten geworden, dabei spielen sie eine wichtige Rolle bei Bestäubung, natürlicher Schädlingsbekämpfung, Humusaufbau und Erosionsschutz. 

 Seit 1950 hat sich der Ackerwildkraut-Bestand um 90 % reduziert, analog dazu sind Expertenschätzungen zufolge rund 90% der im Ökosystem ,,Acker” lebenden 1200 Tierarten ausgestorben oder erheblich dezimiert (z.B. Feldhamster und Rebhuhn).

Mehr Informationen dazu in unserer Rubrik ,,Ackerwildkräuter”.

Bei der Ackerwildkraut-Meisterschaft 2019 können alle Landwirte (sowohl ökologischer als auch konventioneller Landbau) aus den Landkreisen Enzkreis und Karlsruhe sowie den Stadtkreisen Pforzheim und Karlsruhe teilnehmen. Nach einer Vorauswahl durch das IFAB (Institut für Agrarökologie und Biodiversität) entscheidet eine Fachjury aus Ackerwildkrautexperten und Vertretern aus Landwirtschaft und Naturschutz über die Platzierung der Teilnehmer, die im Herbst mit diversen Preisen im Rahmen einer feierlichen Siegerehrung prämiert werden.

Anmelden könne sich Landwirte bis zum 20. Mai 2019 mit dem ausgefüllten Anmeldebogen und einer genauen Lagekarte mit bis zu drei Äckern pro Bewirtschafter entweder via Post oder E-Mail an lev@enzkreis.de bzw. LEV Enzkreis e.V. Östliche Karl-Friedrich-Str. 58 75175 Pforzheim

Weitere Informationen, die Ausschreibung und den Anmeldebogen sind hier zu finden: Ackerwildkraut-Meisterschaft 2019 Ausschreibung


 

Neue Exkursionstermine für 2019 sind online

Unsere diesjährigen Termine sind auch in der Veranstaltungsbroschüre “Enzkreis erleben” nachzulesen.

 

Rebhuhn und Co – seltene Arten der Feldflur (19. Mai 2019)

Das Gebiet nordwestlich von Heimsheim, in der Nähe der bekannten Naturschutzgebiete „Betzenbuckel“ und „Silberberg“, ist der Lebensraum interessanter Tier- und Pflanzenarten der Feldflur. Unser Weg führt uns bei dieser Exkursion durch artenreiche, blütenbunte Wiesen und entlang vielfältiger Ackerflächen. Mit etwas Glück können neben zahlreichen Insektenarten und seltenen Ackerwildkräutern auch die Feldlerche oder sogar das Rebhuhn, das in unserer Region nur noch sehr selten vorkommt, entdeckt werden.

 

Wo: Parkplatz an der Stadthalle Heimsheim, Schulstraße 21, 71296 Heimsheim
Wann: 19. Mai 2019 um 14:00 Uhr (Anmeldung erforderlich bis 15. Mai 2019 unter Tel. 07231 308-1894 oder -1867 oder lev@enzkreis.de)

 

Blühende Kostbarkeiten auf dem Acker (26. Mai 2019)

Ackerwildkräuter gehören in itteleuropa zu den bedrohtesten Pflanzenarten. Bunte Äcker sind selten geworden. Im Enzkreis sind aber noch zahlreiche, auch sehr seltene Arten zu finden. Wir werden ein Ackerwildkrautreservat auf der Gemarkung von Ötisheim besuchen. Hier können Venuskamm, Frauenspiegel, Hasenohr und weitere Kostbarkeiten bestaunt werden. Insgesamt sind auf diesem Acker mehr als 100 Ackerwildkrautarten anzutreffen, über 40 davon sind auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten. Bei gutem Wetter können hier auch zahlreiche Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge beobachtet werden.

 

Wo: Bahnhof Mühlacker
Wann: 26. Mai 2019 um 14:00 Uhr (Anmeldung erforderlich bis 22. Mai 2019 unter Tel. 07231 308-1894 oder -1867 oder lev@enzkreis.de)


 

Mitgliederversammlung des LEV Enzkreis e.V. – 25.03.2019 in Pforzheim

Unsere jährliche Mitgliederversammlung steht vor der Tür. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen dabei zu sein am

Montag, 25. März 2019 ab 15:30 Uhr
im Landratsam Enzkreis, Zähringerallee 3, 75177 Pforzheim
Großer Sitzungssaal (4. OG)

Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Verabschiedung Protokoll der letzten Mitgliederversammlung
3. Bericht des Vorstandes und des Geschäftsführers
4. Bericht der Kassiererin
5. Bericht über die Kassenprüfung
6. Entlastung des Vorstands
7. Beschluss des Wirtschafts- und Arbeitsplans für 2019
8. Sonstiges


 

Schutz des Rebhuhns im Heckengäu (Enzkreis) – 13.11.2018 in Mönsheim


Der LEV lädt ein zum ersten Vernetzungsworkshop unseres Projekts zum Schutz des Rebhuhns im Heckengäu (Enzkreis), welcher am

Dienstag, 13.November 2018 ab 18:00 Uhr
in der Alten Kelter in Mönsheim (Schulstraße 1)

stattfindet.
Im Zuge dieser Veranstaltung möchten wir alle Akteure aus Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz und Verwaltung zusammenzubringen, um gemeinsam Ideen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen und somit ein Netzwerk entstehen zu lassen, welches dem Schutz der Rebhuhnbestände im Enzkreis dient.
Aus diesem Grund freuen wir uns über alle die sich angesprochen fühlen und die wir am 13. November 2018 in Mönsheim begrüßen dürfen.
Für eine kurze Anmeldung via E-Mail an lev@enzkreis.de wären wir dankbar.


 

Landschaftspflegetag Baden-Württemberg 2018 – “Naturschutz braucht Biss!””

Schäfer Smietana

“Naturschutz braucht Biss“ – so war die Einleitung von Prof. Dr. Peter Poschlod der Universität Regensburg von der Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin am Lehrstuhl für Ökologie und Naturschutz auf dem diesjährigen Landschaftspflegetag Baden-Württemberg am 18.10.2018 im Lokschuppen in Heidenheim an der Brenz.
Herr Prof. Dr. Poschlod forscht seit vielen Jahren am Zusammenhang der Entwicklung unserer Kulturlandschaft und der Biologischen Vielfalt.

Der Schwerpunkt der Tagung der Akademie für Ländlichen Raum Baden-Württemberg in Schwäbisch Gmünd und des Landschaftserhaltungsverbands Heidenheim e.V. lag dieses Jahr auf den sogenannten Kalk-Magerrasen und Wacholderheiden mit dem Titel „Schäferei und Artenvielfalt“. Diese beiden Lebensräume wurden von Schafen und anderen Weidetieren geschaffen und sind von der EU geschützt. Für viele Tier- und Pflanzenarten wie z.B. Bläulinge, Widderchen, gefährdete Heuschrecken- und Käferarten, Katzenpfötchen, seltene Orchideen, Küchenschelle und Kreuz-Enzian sind sie ein bedrohtes Paradies – und eines der artenreichsten und ältesten Ökosysteme Europas zugleich!

80% der Kalk-Magerrasen und Wacholderheiden in Baden-Württemberg sind seit Anfang des letzten Jahrhunderts verbuscht, überbaut oder zu Wald geworden. Bereits wenige Jahre ohne Nutzung genügen, dass die Flächen verbuschen, nach und nach zu Wald werden und mit der Verwaldung gehen die bedrohten Tier- und Pflanzenarten dieser Lebensräume für immer verloren. EU-weit trägt besonders Baden-Württemberg die Verantwortung für diese hochsensiblen Ökosysteme, da im ehemaligen Schafland Nr. 1 traditionell die Kalk-Magerrasen und Wacholderheiden beheimatet sind und hier anteilmäßig besonders häufig sind.
Das sah auch Schäferin Karin Wiedenmann-Riek von der Schäferei Wiedenmann GbR aus Nattheim so, die die Tagungsteilnehmer fast zu Tränen rührte, als sie tief aus dem Herzen ihre Verbundenheit zur Schäferei, Naturschutz und Kulturgeschichte vortrug. Außerdem verheimlichte sie nicht die prekäre Lage der Schäfer im 21. Jahrhundert und appellierte deutlich an die Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Verwaltung die Fördermöglichkeiten so zu gestalten, dass unsere derzeit noch 15 Wanderschäfereien und 110 hauptberuflichen Schafhalter in Baden-Württemberg ihre Betriebe erhalten können. In den hochsensiblen Naturschutzgebieten dürfen die Schafe in der Regel nicht über Nacht weiden, um den Stickstoffeintrag auf die Flächen zu verringern, der die Artenvielfalt schwächt. Die Schäfer müssen ihre Schafe fürs Nachtlager außerhalb des Schutzgebiets bringen, doch durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung überall angrenzend, sind keine sogenannten Pferchflächen zu pachten und die Schäfer stehen den Ackerbaubetrieben wie David Goliath gegenüber. Ausweichmöglichkeiten in angrenzende Waldgebiete sind rechtlich nicht erlaubt, sind aber oft die einzige Alternative.

Früher zogen die Schäfer von den Sommerflächen auf der Höhe nach der Ernte und Mahd über Äcker und Wiesen auf die klimatisch günstiger gelegenen Winterweiden im Tal. Seit 2017 die neue Düngemittelverordung in Kraft trat, gilt ein Ausbringungsverbot von 1.November bis 31.Januar von Gülle, Mist, Jauche, aber auch Gärrückständen und Klärschlämme auf Grünland. Dies hat zur Folge, dass die Gülle- und Jauchegruben sowie Biogasanlagen der Betriebe intensiv gelehrt werden, um Platz zu schaffen während der Sperrfrist. Die Schafe können aber auf den überdüngten Wiesen nicht weiden, weil sie nichts zu Fressen finden und gesundheitliche Folgen drohen. Bei den Äckern ist es sogar so, dass diese zwischen der Ernte der Hauptfrucht, was ja teilweise schon im Juli ist, und dem 31. Januar nicht gedüngt werden dürfen. Damit die Landwirte nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen, bringen sie ihren Wirtschaftsdünger direkt nach der Ernte aus und es bleiben keine Stoppeläcker stehen, die seit Jahrhunderten von Schafen auf dem Zug zur Winterweide genutzt wurden und sich sehr gut als Pferchäcker eignen.

Frau Wiedenmann-Riek und Frau Smietana vom Schafhof Smietana aus Steinheim am Albuch merken an, auf wie wenig Verständnis sie seitens der Bevölkerung stoßen, wenn sie doch mal mit ihren Schafen eine Straße überqueren, wo früher alte Routen lagen oder im Zuge eines Flurneuordnungsverfahrens alte Wege erloschen sind. „Wer Erholungs- und Kulturlandschaft will, der muss auch Dreck auf der Straße und seinen Hund an der Leine ertragen!“ so Frau Wiedenmann-Riek. Freilaufende Hunde in Naturschutzgebieten sind große Störfaktoren der Herden, obwohl überall Leinenpflicht herrscht. Aber auch unachtsame Radfahrer oder sonstige Freizeitsportarten in den einst abgelegenen Flächen, bedrohen die Schäfer und die Natur. Die Schäferinnen verweisen beide auf das Schäferrevierkonzept des Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) und wünschen sich eine solche Konzeption auch in Baden-Württemberg.

Das Kilo Merionlandschaf-Wolle, die häufigste Schafrasse in Baden-Württemberg, liegt derzeit bei 0,50 ct bis 1 €. 95% unserer deutschen Textilhersteller, die Wolle verarbeiten, importieren die Wolle aus dem Ausland: der Selbstversorgungsgrad der Bundesrepublik bei Wolle liegt bei 5%. Aber auch beim Fleisch hat der deutsche Markt noch viel Luft nach oben: so liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Lammfleisch in der Bundesrepublik bei 1 kg im Vergleich zu 38,1 kg Pro-Kopf-Verbrauch Schweinefleisch je Bundesbürger. Ein großes Problem stellt auch das Verkaufsangebot dar, denn nur knapp 50% des in Deutschland konsumierten Lammfleischs kommt aus Deutschland. Das im Supermarkt angebotene Lammfleisch stammt meistens aus Neuseeland oder Australien. Deshalb ist eine Vermarktung über Erzeugergemeinschaften oder als Direktvermarktung vom Schafhalter an Endverbraucher immens wichtig. Lammfleisch unserer Schäfer, die ihre Tiere auf den heimischen Kalk-Magerrasen und Wacholderheiden weiden, wird häufig unter der Marke „Württemberger Lamm“ verkauft und z.B. in der gehobenen Gastronomie oder gelegentlich bei Edeka in der Fleischtheke angeboten.
„Wer Kulturlandschaft, biologische Vielfalt und einen der ältesten Berufe erhalten will und wem Natur- und Artenschutz am Herzen liegt, soll Lammfleisch essen“, sagt Herr Prof. Dr. Poschlod in ungewohnt ernstem Ton. Frau Wiedenmann-Riek nickt, Frau Smietana auch.

Wir dürfen bei einer tollen Exkursion noch Wacholderheiden, Waldweiden und eine Bienenweide unter Führung der beiden Mitarbeiterinnen Karin Wüllner und Vanessa Liebrich-Krismann des Landschaftserhaltungsverbands Heidenheim e.V. anschauen, viel über seltene Tier- und Pflanzenarten von den Experten lernen, einen Schäfer bei der Arbeit vor Ort besuchen und ein reichhaltiges Buffet mit Lammfleisch-Spezialitäten vom Schafhof Smietana genießen. Gestärkt im Geist und Magen und mit vielen Anregungen die letzten verbliebenden Kalk-Magerrasen und Wacholderheiden im Enzkreis gemeinsam mit unseren Schäfern und Ziegenhaltern zu erhalten, geht es zurück mit dem Zug von der Alb Richtung Heimat.

Prof. Peter Poschlod, Uni Regensburg, Matthias Strobl, LEL Schwäbisch Gmünd und Vanessa Liebrich-Krismann, LEV Heidenheim e.V.

 

Ein alter Steinbruch bei Steinheim

 

Die Schafe der Schäferei Smietana

 


Die Vielfalt auf dem Acker erhalten

Friedlinde Gurr-Hirsch MdL und Dr. Andre Baumann

Seit über zehn Jahren wird auf einem kleinen Acker – gleich neben dem Weingut Jaggy in Ötisheim-Schönenberg – nicht nur Getreide angebaut, dem aufmerksamen Betrachter fallen auch noch ganz andere Pflänzchen ins Auge: Um dem rasanten Schwund der Artenvielfalt in der Feldflur entgegen zu wirken, ist hier eine „Arche“ für Ackerwildkräuter entstanden. Denn auch vor diesen macht das Artensterben nicht halt. So hat sich der Bestand seit 1950 um 90 % reduziert. Zahlreiche verschiedene Arten blühen noch auf dem Acker in Ötisheim, allein 40 davon stehen auf der roten Liste. Die bedrohten Pflanzen werden hier nicht nur geschützt und gefördert, es werden auch Samen gewonnen, um andernorts eine Wiederansiedlung möglich zu machen.

Gleich zwei Staatssekretäre folgten am 04. Juni der Einladung des LEV, sich zu dem Thema „Biologische Vielfalt in der Feldflur“ zu informieren: Friedlinde Gurr-Hirsch MdL vom Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz und Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ließen sich vom Geschäftsführer des LEV Thomas Köberle seltene Arten wie das Rundblättrige Hasenohr und den Frauenspiegel zeigen und lauschten gemeinsam mit Vertretern des Landratsamts, dem Bürgermeister, Landwirten und weiteren Interessierten einem interessanten Impulsvortrag von Dr. Rainer Oppermann vom Institut für Agrarökologie.

Seit diesem Jahr werden im Enzkreis auf ca. 30 Hektar Ackerwildkräuter gezielt gefördert. Mit Verträgen nach der Landschaftspflegerichtlinie erhalten die teilnehmenden Landwirte eine Förderung, damit sie ihre Bewirtschaftung anpassen. Ackerwildkräuter treten zusammen mit Nutzpflanzen auf und sind in ihrer Lebensweise an diese angepasst. So sind sie zum Beispiel auf die mindestens einmal jährlich erfolgende Bodenbearbeitung angewiesen. Doch mit der modernen Landwirtschaft können sie nicht mithalten. Die geringe Verwendung von natürlichen Düngemitteln, lückigerer Bewuchs, verspäteter Stoppelumbruch nach der Ernte und weitestgehender Verzicht auf Pestizide sollen dafür sorgen, dass die Ackerwildkräuter auf den Vertragsäckern gedeihen können.


“Weißt du, wie viel Mücklein spielen…”

…war der Einleitungssatz zu Winfried Kretschmanns, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Rede am Freitag auf den Naturschutztagen. Er zitierte hier ein berühmtes deutschsprachiges Volkslied, mit Text vom Pfarrer und Dichter Wilhelm Hey. Kretschmann wollte hiermit auf das akute Arten- und vor allem Insektensterben aufmerksam machen, das Thema Biodiversität war das Hauptthema seiner Rede.

Wie jedes Jahr fanden die Naturschutztage in Radolfzell am Bodensee statt, die 42. in diesem Fall vom 04.01. bis zum 07.01.2018. Herr Kretschmanns Rede war eins von vielen Highlights während den vier Tagen, viele weitere spannende Vorträge wurden zahlreich besucht. Einer davon war der Vortrag von Prof. Dr. Kai Niebert, welcher über soziale Gerechtigkeit in Zusammenhang mit ökologischer Gerechtigkeit referierte und uns einmal mehr klarmachte, wie viele Menschen jedes Jahr durch die Umweltverschmutzung und deren gesundheitlichen Folgen ums Leben kommen.

Aber auch der Vortrag von Uwe Gattenlöhner (Global Nature Fund), der verschiedene Projekte wie die “grünen” Kläranlagen in Südamerika oder auch den Kampf gegen die sogenannte “Gatterjagd” in Südafrika, bei der Löwenbabys ihren Müttern frühzeitig weggenommen werden, auf Farmen großgezogen und dann ausgewildert werden, damit sie Jäger zum Spaß abschießen können, wurden eindrucksvoll von ihm geschildert.

Die zahlreichen Seminare und Exkursionen waren rundum interessant und somit freuen wir, als LEV Enzkreis, uns auf die Naturschutztage 2019!


Neues vom Mostbirnenprojekt


Am 16. Dezember 2017 gab es wieder einmal eine Baumschnittaktion unseres „Ich bin ein Riese in der Wiese“-Projektes. Dieses Mal in der Gemeinde Knittlingen im Gewann Spreitlich. In Knittlingen findet man noch viele, schöne Streuobstbestände und somit auch viele landschaftsprägende Birnbäume.

Eben drei dieser Birnbäume wurden am Samstag von den speziell ausgebildeten Baumkletterern Stefan Kraus, Stefan Kreuzer und Ulrich Jooß geschnitten und deren Erhalt somit noch für viele weitere Jahre gesichert.

Zu guter Letzt brachte Knittlingens Bürgermeister Herr Hopp bei allen drei Birnbäumen eine Plakette an, welche alle Birnbäume, die diesen Erhaltungsschnitt bekommen haben, kennzeichnet.

Doch wir sind noch lange nicht fertig, derzeit steht die Kartierung des östlichen Enzkreises an, um weitere „Riesen in den Wiesen“ zu finden und auch deren Erhalt zu sichern. Sie kennen unser Mostbirnenprojekt noch nicht? Hier finden Sie mehr über die “Riesen” heraus.


27.11.2017 Streuobst Workshop

Am 27.11.2017 veranstaltete der LEV Enzkreis gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Obst-und Gartenbaubeauftragten des Enzkreises einen Workshop zum Thema Streuobst. Grund für diesen Workshop ist die Streuobstkonzeption, die von eben diesem Team für den Enzkreis entwickelt wird und im nächsten Jahr (2018) veröffentlicht werden soll. Die Konzeption wird bereits laufende Projekte zum Thema Streuobst vorstellen, sowie viele neue Projektideen bieten.

Um weitere Ideen zu bekommen und vor allem herauszufinden, was den BürgerInnen des Enzkreises besonders wichtig ist, wurde der Workshop veranstaltet. Eingeladen wurden jegliche Vertreter aus der Landwirtschaft, des Naturschutzes, der Vermarktungsbranche sowie Baumpfleger und viele weitere, die in jeglichem Sinne mit Streuobst zu tun haben. Zu Gast waren auch der erste Landesbeamte und Naturschutzdezernent Herr Wolfgang Herz sowie Landwirtschaftsdezernentin Frau Dr. Hilde Neidhardt.

Vier Tafeln mit verschieden Themen wurden aufgestellt, in der ersten Runde erläuterten die Teilnehmer was gut läuft und was schlecht läuft zu eben diesen Themen. In der zweiten Runde wurden aus dieser Kritik Projekte entwickelt, in der dritten wurden diese dann priorisiert.

Mit diesem sehr umfangreichen und produktiven Ergebnis gehen wir nun in die Erstellung der Konzeption. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmern & Teilnehmerinnen für ihr Engagement, man konnte wirklich merken, wie sehr Ihnen allen Streuobst am Herzen liegt!


18.11.2017 Pflegeeinsatz BUND Heckengäu

Auch freiwillig engagieren wir uns als LEV immer wieder, letztens bei Landschaftspflegeeinsätzen am Kalkofen in Mönsheim. Organisiert werden die Pflegeeinsätze vom BUND Ortsverband Heckengäu. Jeden Herbst finden mehrere Einsätze in verschiedenen Schutz-oder Erholungsgebieten statt, bei denen freiwillige Helfer dankbar willkommen geheißen werden.

Beim Einsatz vom 18.11.2017 wurde unter anderem ein verbuschter Steinriegel freigestellt und dadurch Lebensraum für zahlreiche Eidechsenarten bereitgestellt, welche im nächsten Sommer die Sonne dort genießen können. Auch das Abräumen des Schnittgutes gehörte zu den Aufgaben, sowie das Mähren einer artenreiche Wiesen und deren Abräumen. Die Artenvielfalt kann nächstes Jahr zur Blütezeit genossen werden.

Die Gemeinde Mönsheim stellte zudem ein leckeres Mittagessen zu Verfügung, sodass zu guter Letzt gut gestärkt auch das Gebiet einer ehemaligen Schneckenfarm gemäht werden konnte. Auf dieser Fläche werden nächstes Jahr zahlreiche Küchenschellen zu finden sein.

Sie haben auch Interesse als freiwilliger Helfer beim BUND tätig zu sein? Kontaktdaten zu allen BUND Ortsverbänden der Region Nordschwarzwald finden sie hier.


Internationale Schäfertagung – Zwischen Tradition und Zukunft!

Die Schäferei steht heute in einem enormen Spannungsfeld zwischen marktwirtschaftlichem Wettbewerb einerseits und Kulturlandschaftspflege andererseits. Die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft, die Technisierung und die immer mehr zunehmende Bürokratie in der Förderlandschafts – dies wirkt sich ganz besonders auf die Schafhaltung von heute aus. Die 1. Internationale Schäfertagung, die vom 17. bis zum 19. Oktober 2017 in Münsingen stattfand, bot Schafhaltern ein Forum zum Austausch über Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven.

Organisiert wurde diese hervorragende Tagung vom Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg e.V., der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb und Bioland e.V. in Kooperation mit dem Schafberatungsbüro Dr. Florian Wagner & Partner. Exkursionen, Vorträge aus der Praxis, Wissenschaft und Forschung zu allen Bereichen um das Tier Schaf und den Beruf Schäfer wie Tiergesundheit, artgerechte Haltung, Betriebswirtschaft, Zeitmanagement, Zucht, Wolle- und Fleischvermarktung fanden Gehör und wurden durch ein wunderbares Lamm Büfett und gemeinsamen Austausch abgerundet.
Auch im Enzkreis hat die Schäferei Tradition: Besonders genannt seien hier die Naturschutzgebiete Betzenbuckel und Büchelberg, die mit wundervoll duftenden, artenreichen Kalkmagerrasen und Wachholderheiden das typische Erbe der einst in Baden-Württemberg weitverbreiteten Schäfer beschreiben.

Der Landschaftserhaltungsverband Enzkreis e.V. plant auch 2018 wieder Landschaftspflegemaßnahmen zum Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft durch Beweidung in Kooperation mit ortsansässigen Schäfern. Für eine ideale Zusammenarbeit, wechselseitiges Lernen voneinander und das Verständnis der unterschiedlichen Belange war diese Tagung ein fruchtbares Fundament. Auch im nächsten Jahr wird es voraussichtlich wieder eine Internationale Schäfertagung im Herbst 2018 geben. Auch Interessierte ohne eigene Schäferei können teilnehmen. Informationen gibt es ab Ende Juli 2018 hier.


Herbst in den Streuobstwiesen

Das Thema Streuobst ist im Enzkreis aktueller denn je. Im Oktober 2017 war der LEV fester Bestandteil zweier Veranstaltungen zum Thema Streuobst.

Am 01.Oktober öffnete die Mosterei Beigel aus Wurmberg die Tore für Interessierte allen Alters. Im Rahmen der “Gläsernen Produktion” war vom Schaupressen, zu Infoständen, zur Bewirtung durch den Obst-und Gartenbauverein Wurmberg alles geboten. Des Weiteren boten wir als LEV, gemeinsam mit Bernhard Reisch Exkursionen in unsere heimischen Streuobstwiesen an. Interessierte wurden per Traktoranhänger in die Streuobstwiesen gebracht und konnten dort das fantastische Herbstwetter gepaart mit wissenswerten Fakten über Streuobst genießen.

Aber auch am 08.Oktober wurden im Rahmen der Exkursion “Äpfel-Birnen-Wendehals” unsere heimischen Streuobstwiesen rund um Kieselbronn erkundet. Die rund 35 Teilnehmer erfuhren hier einiges über unsere Streuobstwiesen als Lebensraum für zahlreiche Tierarten, und die Wichtigkeit der Aufrechtherhaltung dieser jahrhundertealten Tradition. Im Anschluss wurde in Kieselbronn gemeinsam mit der Kieselbronner Umweltliste die Verkostung von mehr als 30 Streuobstsorten angeboten, um den Tag mit Genuss zu beenden.

Wir als LEV versuchen immer wieder auf die Wichtigkeit und den Erhalt des Kulturerbes “Streuobstwiese” aufmerksam zu machen. Streuobstwiesen sind besonders für Baden-Württemberg landschaftsprägend, eine einzige Streuobstwiesen kann Lebensraum für über 3000 Tierarten bieten! Es gilt alle Produkte, die aus unseren regionalen Streuobstwiesen entstanden sind, zu fördern. Damit auch künftige Generationen noch den vielseitigen und spannenden Lebensraum entdecken und nutzen können.


21.09.2017 Landschaftspflegetag Baden-Württemberg 2017

Am 21. September 2017 fand der alljährliche Landschaftspflegetag Baden-Württembergs statt. Dieses Jahr ganz im Süden unseres schönen Ländles: in Markdorf im Bodenseekreis. Auch wir als LEV ließen es uns nicht nehmen uns mit zahlreichen Vertretern aus Naturschutz, Landwirtschaft und Politik auszutauschen.

Besondere Gäste dieser Veranstaltung waren Staatssekretär Andre Baumann und Regierungspräsident des Regierungsbezirks Tübingen Klaus Tapeser. Andre Baumann referierte über Natura 2000 in Baden-Württemberg und pochte dabei auf die Wichtigkeit des europaweiten Schutzgebietsnetzes. Des Weiteren bezeichnete er unsere Kulturlandschaften als Kulturerbe, als prägendes Element unserer Heimat, weshalb diese als genauso schützenswert gelten sollten. Die LEVs BaWüs seien „Brückenbauer“, da diese durch die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) die extensive Landwirtschaft durch Verträge unterstützen und Naturschutz fördern.

Weitere Themen waren das Management von Natura 2000-Gebieten im Bodenseekreis, die Umsetzung eines Artenschutzprogrammes am Beispiel der FFH-Libellenart Helm-Azurjungfer, aber auch eine Diskussion zum Thema Landwirtschaft und Naturschutz im Dialog „Miteinander statt übereinander reden“ mit Naturschützern und Landwirten aus der Region.

Das Highlight dieses Tages war die anschließende Exkursion am Nachmittag. Zuerst wurde eine Streuobstwiese bei Ittendorf besucht und das Streuobstförderprogramm des Bodenseekreises vorgestellt, welches seit Ende der 80er Jahre besteht. Das Programm führte in den letzten 30 Jahren über 45.000 Hochstamm-Pflanzungen und mehr als 110.000 Pflegeschnitte durch und gilt damit als landesweiter Vorreiter in Sachen Streuobstförderung.

Des Weiteren wurden die sogenannten Strandrasen am Bodenseeufer besucht. Diese gelten als besonders selten und schützenswert, weshalb der LEV Bodenseekreis e.V. eine Besucherlenkung zum Schutz installierte. Zu guter Letzt wurde ein Lebensraum der Helm-Azurjungfer, ein Graben bei Bermatingen, begutachtet.

Auch dieses Jahr behandelte der Landschaftspflegetag viele spannende und übergreifende Themen, wir freuen uns auf den Nächsten!

 


12. Juli 2017 Dialogforum Landwirtschaft und Naturschutz

Die Abschlussveranstaltung des Dialogforums Landwirtschaft und Naturschutz, an der wir teilgenommen haben, Unbenanntfand in Renningen auf dem Betrieb von Landwirt Christian Zimmermann statt.
Zu Gast war unter anderem Staatsekretär Dr. Andre Baumann. Beim Dialogforum Landwirtschaft, geht es darum, Landwirte und Naturschützer zu vernetzen
und gemeinsames Handeln auf den Weg zu bringen. Das Zusammenbringen dieser Parteien ist auch eine Kernaufgabe der Landschaftserhaltungsverbände.
Im Laufe des letzten Jahres gab es im Rahmen des Dialogforums eine Vielzahl von Veranstaltungen in Baden-Württemberg, darunter eine sehr erfolgreiche Exkursion mit über 70 Teilnehmern in Maulbronn.

Nähere Informationen können der Broschüre entnommen werden.


05. Juli 2017 Landesgartenschau Bad Herrenalb

Auf der Landesgartenschau Bad Herrenalb wurde die Ausstellung “Landschaftserhaltungsverbände in Baden-Württemberg – Brückenbauer zwischen Mensch und Natur” eröffnet.
Wir waren mit unserem neuen Rollup dabei und haben uns mit unseren LEV-Kollegen ausgetauscht.

wir2Für Interessierte: Die Ausstellung befindet sich im Treffpunkt Baden-Württemberg, Kurhaus im Kurpark
und läuft noch bis zum 16. Juli.

Alles Wissenswertes sowohl über die Gartenschau als auch den Veranstalter ist nur einen Klick entfernt.


12. Mai 2017 “Ich bin ein Riese in der Wiese!” − Erhalt alter Mostbirnen im Enzkreis

Am Freitag den 12. Mai 2017 kam Minister Franz Untersteller MdL in den Enzkreis um sich über das neue Projekt zu informieren und es einzuweihen.

Eine Mostbirne in voller Blütenpracht

Eine Mostbirne in voller Blütenpracht

Das Projekt, bei dem markante und ökologisch wertvolle Birnbäume nachhaltig gepflegt und gesichert werden, wurde 2017 mit großzügiger Unterstützung der Sparkasse Pforzheim-Calw in Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband Enzkreis, dem Landwirtschaftsamt und den Fachwarten für Obst- und Gartenbau ins Leben gerufen. Die Sparkasse Pforzheim-Calw stellt hierfür einen Betrag von 30.000 € zur Verfügung.
Mit diesem Geld können insgesamt etwa 70 Bäume gepflegt werden.

Das Projekt soll zwei Jahre laufen. Im ersten Jahr sollen zunächst Bäume bevorzugt in den Gemeinden im westlichen Enzkreis und im Folgejahr im östlichen Enzkreis gepflegt werden. An jede der im Zuge des Projekts gepflegten Mostbirnen, wird eine Plakette mit der Aufschrift „Ich bin ein Riese in der Wiese!“ angebracht.

Weitere Infos zum Projekt gibt es hier.

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Die Baumpfleger begutachten mit Herrn Minister Untersteller und Herrn Landrat Röckinger die Mostbirne

 


27. April 2017 Wechselkrötentümpel Maulbronn

Am Elfinger Berg in Maulbronn wurde mit Förderung der EnBW und der LUBW ein zugewachsener Tümpel für die Wechselkröte aufgewertet.
Diese kommt nur noch an drei Standorten im ganzen Enzkreis vor, einer davon ist Maulbronn.
Durch Gehölzentnahme entstanden sonnige Bereiche und neu eingebrachte Steinhaufen dienen als Versteckmöglichkeit.

Am Donnerstag den 27. April 2017, kam Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg in den Enzkreis,
um sich über das neue Projekt zu informieren und es mit der Enthüllung einer Infotafel einzuweihen.

Weitere Infos und wer alles an dem Projekt beteiligt war, erfahren Sie hier.

v. l. n. r.: Landwirt Ulrich Horsch, Dr. Bernd Calaminus von der EnBW, Bürgermeister Andreas Felchle, stellv. LEV-Geschäftsführerin Elisa Bienzle, Staatssekretär Dr. Andre Baumann und Landrat Karl Röckinger

 

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