Biotopverbund
Was ist der Biotopverbund?
Ein Schmetterling braucht unterschiedliche Pflanzen im Jahresverlauf, ein Laubfrosch wandert zwischen Laichgewässer und Sommerlebensraum, Wildbienen suchen durchgängig Blütenangebote. Wenn diese Lebensräume isoliert voneinander liegen, können Tiere und Pflanzen nicht überleben.
Der Biotopverbund schafft ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Lebensräumen – Wiesen, Hecken, Feldgehölze, Gewässer und Feuchtgebiete. Diese Vernetzung ermöglicht Wanderung, Ausbreitung und genetischen Austausch. Dazu gehören wertvolle Kernflächen wie geschützte Biotope, FFH-Mähwiesen und Streuobstgebiete sowie kleinere Trittsteinflächen und Gewässerlandschaften, die als Wanderkorridore dienen.
Erfolge und Ziele in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg macht beim Biotopverbund gute Fortschritte: 2024 waren bereits 11,7 % der Offenlandfläche Teil des Biotopverbunds. Über die Hälfte aller Kommunen sind aktiv und erstellen Biotopverbundplanungen. Im Enzkreis haben in den letzten vier Jahren 11 unserer 28 Kommunen die Erstellung einer Biotopverbundplanung beauftragt.
Das Naturschutzgesetz Baden-Württemberg (§ 22) sieht vor, bis 2027 einen Anteil von 13 % und bis 2030 von 15 % zu erreichen.
Die Rolle der Kommunen
Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Biotopverbund. Sie erstellen auf Grundlage fachlicher Daten Biotopverbundplanungen für ihre Gemarkung – eine fundierte Grundlage, um zu erkennen, wo Lebensräume geschützt, optimiert oder neu geschaffen werden können.
Entscheidend ist jedoch die Umsetzung vor Ort: Das Anlegen von Blühstreifen, die Pflege von Feuchtgebieten, die Schaffung von Trittsteinbiotopen oder die Renaturierung von Gewässern – all das geschieht in enger Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Naturschutz und Bürgerschaft.
Förderung und Schwerpunktverlagerung ab 2027
Der Biotopverbund wird vom Land Baden-Württemberg finanziell gefördert. Bisher lag der Fokus auf der Erstellung von Biotopverbundplanungen.
Ab 2027 liegt der Schwerpunkt auf der Umsetzung: Die Landesmittel werden hauptsächlich für konkrete Biotopverbundmaßnahmen bereitgestellt – auch in Kommunen ohne formelle Biotopverbundplanung. Neue Planungen werden ab 2027 nur noch in ausgewählten Fällen gefördert.
Gemeinsam für die Natur
Der Biotopverbund ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Mit fachlicher Expertise, politischer Unterstützung und dem Engagement vieler Menschen vor Ort schaffen wir ein funktionierendes Netzwerk für unsere heimische Artenvielfalt – für eine lebenswerte Zukunft in Baden-Württemberg.
Biotopverbundplanungen
Hier finden Sie die abgeschlossenen Biotopverbundplanungen der Enzkreis Kommunen zum Download.
BVP Mühlacker – Ötisheim
BVP Kieselbronn
Sie sind Eigentümer, Bewirtschafter oder Nutzer z.B. eines Freizeit- oder Gartenhausgrundstückes oder einer landwirtschaftlich genutzten Fläche und möchten Sich über Maßnahmenvorschläge auf Ihrem Grundstück informieren?
Da die Planung sehr komplex ist, haben wir hier eine Hilfestellung für Sie, wie Sie an die gewünschten Informationen kommen. In den hier zur Verfügung gestellten Unterlagen zur Biotopverbundplanung gibt es einen Maßnahmenplan und eine Maßnahmenliste.
Im Maßnahmenplan (teilweise aus unterschiedlichen Teilkarten bestehend) können Sie nach Ihrem Grundstück suchen. Ist dort eine Markierung bzw. ein Maßnahmenkürzel vorhanden, suchen Sie dieses über die Suchfunktion in der Maßnahmenliste. Alternativ können Sie direkt in der Maßnahmenliste nach Ihrer Flurstücknummer suchen.
Beachten Sie: manche Maßnahmen beziehen sich nicht auf ein konkretes Flurstück, sondern auf einen Maßnahmenbereich. Im Maßnahmenplan sind diese Maßnahmenbereiche dann eindeutig farbig umrandet, und die Umrandung wird in der Kartenlegende erklärt.
Die Maßnahmenumsetzung kann über die Landschaftspflegerichtlinie mit Fördersätzen zwischen 50 % und 100% gefördert werden..
In der Dokumentation, welche Sie in den Unterlagen der Gesamten Planung finden sind Beschreibungen und Anregungen, wie die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden können.

