Umsetzung der NATURA 2000 – Managementpläne

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie, ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union. Sie hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und nachhaltig zu schützen. Zur Umsetzung dieser Richtlinie arbeitet der Landschaftserhaltungsverband Enzkreis eng mit der Natura-2000-Beauftragten des Enzkreises zusammen.

Im Enzkreis selbst gibt es neun unterschiedliche FFH-Gebiete. Das bedeutet für das Wirken des LEV, dass wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Umsetzung und Erfüllung der NATURA 2000 Verpflichtungen des Landes legen. Die Erhaltung von wertvollen Lebensräumen und bedrohten Arten in Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern ist eine der zentralen Aufgabenschwerpunkte. Besonders die wertvollen FFH-Flachlandmähwiesen stehen im Fokus der Arbeit des LEV. Der Enzkreis besitzt noch zahlreiche dieser blütenbunten Lebensräume, die wir schützen und erhalten möchten. Dabei trägt unser Landkreis eine besondere Verantwortung.

Die blütenreichen FFH-Flachlandmähwiesen mit beispielsweise Margerite oder Salbei.

FFH Flachlandmähwiesen

Artenreiche FFH-Flachlandmähwiesen gehören vielerorts in flachen und hügeligen Regionen zum Landschaftsbild. Dabei handelt es sich um extensiv bewirtschaftete Mähwiesen, die kaum gedüngt werden und einen großen Artenreichtum aufweisen. Sie fallen dem Betrachter vor allem aufgrund ihres reichen Blütenvorkommens und -vielfalt auf.  Beispiele der typischen auf FFH-Mähwiesen vorkommenden Pflanzenarten sind Margerite, Wiesen-Salbei oder die Wiesen-Glockenblume.

Aufgrund von Nutzungsveränderungen, wie Umbruch, Aufforstung oder Umstellung auf Weidewirtschaft, der Nutzungsintensivierung, z. B. durch die häufigere Mahd oder intensive Düngung und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sind die eigentlich häufig vorkommenden Wiesen auf Schutzmaßnahmen angewiesen. Dazu gehören unter anderem das Abräumen der Mahd, das Entfernen von Gehölzen bei verbuschten Wiesen und der Verzicht auf Düngung.

Weitere Informationen sind der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg zum Lebensraumtyp FFH-Flachlandmähwiesen zu entnehmen.

Die traditionelle Beweidung des Magerrasens durch Schafe sorgt für den Erhalt dieses Lebensraumtyps.

Magerrasen

Bekannte Naturschutzgebiete mit Magerrasen finden sich im Enzkreis u.a. auf dem Betzenbuckel bei Heimsheim, dem Riedberg in Großglattbach oder dem Kammertenberg bei Lomersheim. Magerrasen entsteht v. a. durch Beweidung, weshalb auch im Enzkreis auf die traditionelle Beweidung durch Schafe gesetzt wird. Damit die Flächen nicht verbuschen, ist die Heckenpflege ein sehr wichtiger Anteil zum Erhalt des Magerrasens. Zahlreiche Orchideen und seltene Pflanzenarten finden im Lebensraum ,,Magerrasen” optimale Bedingungen vor. So ist der Lomersheimer Kammertenberg sehr berühmt für sein zahlreiches Vorkommen an Küchenschellen, was Besucher aus ganz Deutschland anlockt.

Durch Nutzungsveränderungen, wie der Einstellung von Beweidung, der Nutzungsintensivierung durch Düngung und Pflanzenschutzmitteln oder der Entnahme seltener Orchideenarten benötigt der Lebensraum ,,Magerrasen” Schutzmaßnahmen. Dazu zählt im Bereich der Landschaftspflege insbesondere die Wanderschäferei im Gegensatz zur Koppelhaltung sowie die Heckenpflege, um einer Verbuschung vorzubeugen.

Weitere Informationen sind der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg zum FFH-Lebensraumtyp ,,Magerrasen” zu entnehmen.

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