Landschaftspflegerichtlinie (LPR)

Um Naturschutz und Landschaftspflege fachgerecht und effektiv praktizieren zu können, bedarf es einer Grundlage zur Förderung konkreter Maßnahmen.
Die sogennante Landschaftspflegerichtlinie, kurz LPR, erfüllt genau diesen Zweck. Mit dem Charakter eines landschaftspflegerischen Regelwerks mit fiskalem Bezug/ finanziellen Aspekten dient sie der Realisierung von Naturschutzmaßnahmen im Land Baden-Württemberg. Um das Grobziel, das im Schutz der Biodiversität und Kultulandschaften Baden-Württembergs besteht, zu erreichen, ist die LPR in zwei Teile gegliedert.

LPR Teil A – Vertragsnaturschutz

Während Teil A Regelungen zur Berücksichtigung von Naturschutzaspekten im Rahmen einer nachhaltigen Landwirtschaft enthält, ist Teil B dem Arten- und Biotopschutz gewidmet. In die Praxis umgesetzt wird der Vertragsnaturschutz (Teil A) durch sogenannte A-Verträge, die eine Laufzeit von fünf Jahren innehaben sowie EU-kofinanziert sind und daher EU-Kontrollen unterliegen. Der Vertragspartner verpflichtet sich dazu, die betroffenen Flächen jedes Jahr aufs Neue unter bestimmten naturschutzfachlichen Restriktionen zu bewirtschaften. Die Zuwendungsbeträge werden nach Hektarzahl berechnet oder ergeben sich aus der durch die naturschutzfachlichen Auflagen enstandenen Etragseinbußen.

Brutto- & Nicht-Brutto-Flächen
Es wird zwischen Bruttoflächen und Nicht-Bruttoflächen unterschieden: Eine Bruttofläche (LPR Teil A 1) ist eine Fläche bzw. der Teil einer Fläche, der kommerziell bewirtschaftet werden kann, z.B. Mahd von Magerrasen und damit verbundene Heugewinnung. Im Gegensatz dazu stellen die in der LPR Teil A 2 geregelten Nicht-Bruttoflächen Bereiche einer Fläche dar, die nicht bewirtschaftet, sondern gepflegt werden. Diese sogenannten Landschaftselemente sind beispielsweise Hecken, Gebüsche oder kleine Stillgewässer, deren Pflege über separate A-Verträge oder einmalige B-Maßnahmen erfolgt.

LPR Teil B – Anträge und Aufträge

Instrumente des B-Teils sind hingegen sogenannte Anträge und Aufträge, die von Landwirten, deren Verbänden, Vereinen sowie Kommunen gestellt bzw. von der UNB konzipiert und über den LEV vermittelt, an geeignete Landbewirtschafter und deren Zusammenschlüsse vergeben werden. Der Arten- und Biotopschutz (Teil B) befasst sich daher mit nur einmaligen bzw. einjährigen Pflege-, Entwicklungs- oder Wiederherstellungsmaßnahmen, als konkretes Beispiel wäre das Entbuschen von Trockenrasen, das Anlegen von Feuchtbiotopen oder die Anbringung von Steinkauzröhren an Bäumen zu nennen.

Funktion des LEV bezüglich der LPR

Da die LPR von recht umfassender und komplexer Natur ist, fungiert der LEV als vermittelnde, beratende und koordinierende Institution, jedoch ohne hoheitliche Kompetenzen, zwischen Verwaltungsapparat und aktiven naturschutzfachlichen Dienstleistern. Alle rechtsverbindlichen Vorgänge, von der Bewilligung der Fördermittel bis hin zur Umsetzungskontrolle der Maßnahmen, sind der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) vorbehalten. Als Zuwendungsempfänger erhalten Sie eine auf Ihre individuelles Profil abgestimmte Beratung hinsichtlich möglicher Förderungen.
Empfänger von Förderungen sind neben Vereinen wie Verbänden vorrangig kommerzielle Landbewirtschafter und Kommunen. Darüber hinaus können auch sonstige natürliche oder juristische Personen Zuwendungsempfänger sein.

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