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Die Vielfalt auf dem Acker erhalten

Seit über zehn Jahren wird auf einem kleinen Acker – gleich neben dem Weingut Jaggy in Ötisheim-Schönenberg – nicht nur Getreide angebaut, dem aufmerksamen Betrachter fallen auch noch ganz andere Pflänzchen ins Auge: Um dem rasanten Schwund der Artenvielfalt in der Feldflur entgegen zu wirken, ist hier eine „Arche“ für Ackerwildkräuter entstanden. Denn auch vor diesen macht das Artensterben nicht halt. So hat sich der Bestand seit 1950 um 90 % reduziert. Zahlreiche verschiedene Arten blühen noch auf dem Acker in Ötisheim, allein 40 davon stehen auf der roten Liste. Die bedrohten Pflanzen werden hier nicht nur geschützt und gefördert, es werden auch Samen gewonnen, um andernorts eine Wiederansiedlung möglich zu machen. Gleich zwei Staatssekretäre folgten am 04. Juni der Einladung des LEV, sich zu dem Thema „Biologische Vielfalt in der Feldflur“ zu informieren: Friedlinde Gurr-Hirsch MdL vom Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz und Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ließen sich vom Geschäftsführer des LEV Thomas Köberle seltene Arten wie das Rundblättrige Hasenohr und den Frauenspiegel zeigen und lauschten gemeinsam mit Vertretern des Landratsamts, dem Bürgermeister, Landwirten und weiteren Interessierten einem interessanten Impulsvortrag von Dr. Rainer Oppermann vom Institut für Agrarökologie. Seit diesem Jahr werden im Enzkreis auf ca. 30 Hektar Ackerwildkräuter gezielt gefördert. Mit Verträgen nach der Landschaftspflegerichtlinie erhalten die teilnehmenden Landwirte eine Förderung, damit sie ihre Bewirtschaftung anpassen. Ackerwildkräuter treten zusammen mit Nutzpflanzen auf und sind in ihrer Lebensweise an diese angepasst. So sind sie zum Beispiel auf die mindestens einmal jährlich erfolgende Bodenbearbeitung angewiesen. Doch mit der modernen Landwirtschaft können sie nicht mithalten. Die geringe Verwendung von natürlichen Düngemitteln, lückigerer Bewuchs, verspäteter Stoppelumbruch nach der Ernte und weitestgehender Verzicht auf Pestizide sollen dafür sorgen, dass die Ackerwildkräuter auf den Vertragsäckern gedeihen können.