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Besuch des Landschaftspflegetags 2021

Landschaftspflegetag Baden-Württemberg – Feldvögel im Offenland-Biotopverbund

Am Donnerstag, den 23.09.2021 fand in Rottenburg (Neckar) der Landschaftspflegetag Baden-Württemberg zum Thema Feldvögel im Offenland-Biotopverbund statt. Das Ziel der Veranstaltung ist, die heimischen Feldvögel wie beispielsweise Rebhühner, Kiebitze, Braunkelchen, Feldlerche usw. zu schützen. Dazu müssen ihre Lebensräume bewahrt und vernetzt werden. Die Vernetzung der vorhandenen Lebensräume soll über den Biotopverbund geschehen.

Durch den rasanten Wandel der Kulturlandschaft verlieren die Feldvögel immer mehr Lebensraum, dabei soll es zu einer Veränderung in der Landnutzung oder Bewirtschaftung kommen. Mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz soll der Biodiversitätsverlust aufgehalten werden, jedoch müssen dafür alle Menschen, sowie Naturschützer und Landwirte zusammenarbeiten, um diesen Schritt zu gewinnen. Ziele des Biodiversitätsstärkungsgesetzes ist, bis zum Jahr 2030 auf 15 % des Offenlandes auszubauen. Ebenso sollen Refugialflächen von 5 % auf 10 % bis zum Jahr 2030 entstehen. Dazu soll jeder landwirtschaftliche Betrieb einen Mindestanteil von fünf Prozent von ökologischen wirksamen Maßnahmen realisieren, dabei sind die Refugialflächen wichtige Habitate als Lebens- und Rückzugsraum für Feldvögel im Offenland.

Nach den jeweiligen Vorträgen zu den verschiedenen Themen, fand eine Exkursion zu Fuß ins Neckartal zwischen Rottenburg und Wurmlingen statt. Im Gelände werden die verschiedenen Maßnahmen für Feldvögel und Biotopverbund vorgestellt. Dies sind hauptsächlich Maßnahmen für Kiebitze, Rebhühner und Grauammer. Für die Kiebitze wurde ein Lebensraum mit Überschwemmungstümpeln angelegt. Kiebitze sind Bodenbrüter und deshalb besonders störungsempfindlich. Sie verlassen ihre Nester, sobald sich Hunde oder Spaziergänger annähern. Häufige Störungen führen zur Aufgabe der Brut. Im Frühjahr dieses Jahres sind erste Kiebitze gesichtet worden. Um die Wiederansiedlung zu ermöglichen, dürfen Spaziergänger die Wege zwischen März und Juli nicht begehen. In dieser Zeit befindet sich die Hauptbrutzeit der Kiebitze. Ebenso wird während der Brutzeit eine Absperrung der Wege und Äcker stattfinden, damit die Kiebitze nicht gestört werden.

Für die Rebhühner sind sogenannte Blühflächen, sowie Heckenstrukturen entstanden. Bei den Blühflächen spricht man von Wechsel- und Rotationsflächen, die eine artenarme Flora besitzen und durch den Vertragsnaturschutz Teil A, geregelt werden. Dabei bleibt eine Blühfläche 2 bis 5 Jahre auf einer Fläche bestehen, bis sich keine weiteren Arten der Tübinger Mischung ausbreiten. Durch die nicht hohe Vegetation der Blühmischung können sich Rebhühner bestens durch das Gräser und Kräuter Verhältnis ernähren, sowie vor Feinden verstecken.

Eine wichtige Maßnahme für den Schutz der Feldvögel ist, dass kein hohes Feldgehölz vorhanden ist, da dies Greifvögel regelrecht anlockt und diese sind die Feinde der Feldvögel. Somit kann es dann bei der Wiederansiedlung zu Problemen kommen.